Werkbezogene Musikkunde im Instrumentalunterricht

Kurzreferate im Rahmen des Auftrittpraktikums

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden musikkundliche Inhalte ganz selbstverständlich im Instrumentalunterricht vermittelt. Erst mit der Durchorganisation der Musikschulen in den 50-er Jahren verselbstständigte sich der Unterrichtsgegenstand „Musiktheorie“ als eigenes Unterrichtsfach, das zeitlich und thematisch getrennt vom Instrumentalunterricht abgehalten wurde. Dadurch wurde die so wichtige lernpsychologisch nachgewiesene Stützwirkung vom praktischen musikalischen Tun und werkbezogenem Wissen zugunsten einer pädagogisch fragwürdigen „Spezialisierung“ aufgegeben.

Im Organisationsstatut der Johannes Brahms Musikschule ist die Vermittlung der werkbezogenen musikkundlichen Inhalte für alle SchülerInnen verankert. Die Grunddaten werden im Instrumentalunterricht umrissen, die Ausarbeitung nehmen die SchülerInnen – oft mit Hilfe der Eltern und des PC – vor.

Die werkkundlichen Informationen werden anlässlich der sechs öffentlichen Auftritte (keine negative Auftrittsangst) referiert. Oft gibt es auch für diese Kurzreferate Applaus.

Wir arbeiten – gemeinsam mit dem Konservatorium Wien/Privatuniversität – an der Erstellung eines Lernbehelfes, der die Vermittlung der grundlegenden musikkundlichen Inhalte und vor allem deren permanentes Üben (Aufschreiben von Tonleitern, Vorzeichen, Dreiklängen etc.) zeitlich ökonomisiert, wichtige Aspekte der Hörbildung inkludiert und die erarbeiteten werkbezogenen musikkundlichen Inhalte dokumentiert.

Für besondere Erfordernisse – Vorbereitung für Aufnahmsprüfungen an Musikuniversitäten, Vorbereitung für Abschlussprüfungen an der J. Brahms Musikschule – gibt es spezielle Musikkundekurse.

Zur Zeit arbeiten wir intensiv an der Erstellung des sog. "Musikkundekoffers" kurz MKK, der bis Ende 2010 den Lehrern und Schülern der JBMS zur Verfügung stehen soll. Nach einer Probezeit wird der MKK auch für andere Musikschulen lieferbar sein. Ziel des MKK ist die Vernetzung von instrumentaler Praxis und der musikkundlichen Aspekte der gespielten Literatur.