Wir sind auch für Senioren da!
Musikschule soll auch Hilfe zur Lebensbewältigung sein. Wichtigste Zielgruppe waren in der Vergangenheit Kinder und Jugendliche. Das Hinführen zu einem sinnvollen und aggressionsfreien Hobby, der Kontakt mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten, mit Erfolgserlebnissen verbundene Gruppenarbeit, die soziale Prägung durch gemeinsames Musizieren sind wichtige Motivationsmomente für die Eltern, die ihre Kinder der Musikschule anzuvertrauen.
Erwachsene spielen in Musikschulen dagegen zumeist noch eine untergeordnete Rolle.
Durch die steigende Lebenserwartung gibt es nun eine weitere Lebensphase, die für viele Menschen schwierig ist. Gab es vor einigen Jahrzehnten ein Leben nach der Pensionierung statistisch so gut wie gar nicht, so beträgt diese Lebensspanne heute teils mehrere Jahrzehnte. Gerade in dieser Lebensphase kann die Beschäftigung mit Musik – wie in der Kindheit und Jugend – ein wichtiger Beitrag zur Lebensbewältigung sein.
Es geht nicht um alibihafte, sondern um ernsthafte und qualitätsorientierte Beschäftigung erwachsener oder betagter Menschen mit Musik. Nicht wenige Musiker, die wertvolle Mitglieder und Leistungsträger in Musikformationen – Blasorchestern, Sinfonieorchestern – sind, haben ohne musikalische Vorbildung erst im Erwachsenenalter mit dem Erlernen eines Instrumentes begonnen.
Folgende Fakten und Beobachtungen fördern die Intention, Erwachsene und Senioren (diese Gruppe von Menschen wächst kontinuierlich an) vollwertig in die Musikschule zu integrieren:
- 30 Prozent der Gründer der erfolgreichsten Firmen im kalifornischen Silicon-Valley waren zum Zeitpunkt der Gründung zwischen 65 und 85 Jahre alt.
- Amerikanische Seniorenblasorchester spielen jungen Orchestern „um die Ohren“.
- Senioren berichten immer wieder, dass sie, wenn sie wieder die Instrumente zur Hand nehmen, die sie als Kinder erlernt haben, im Alter technisch und musikalisch besser spielen als in ihrer Jugend. Hirnforscher bestätigen, dass dies keine unrealistische subjektive Einschätzung sein muß. Im Alter verlieren Gehirnareale langsam ihre Funktion, andere entwickeln sich weiter. Oft betrifft dies Sektoren des Gehirns, die für künstlerische Tätigkeit wichtig sind.
- Senioren mit chronischen Gesundheitsproblemen berichten, dass es ihnen beim Musizieren am besten geht, dass sie in diesen Stunden oft völlig beschwerdefrei sind.
- Unser ältester Ensembleschüler – er wird 90 – spielt heute so gut Bratsche wie noch nie in den letzten 30 Jahren, seitdem er in einem aus jüngeren bzw. jungen MusikerInnen bestehenden Streichquartett mitwirkt.
Senioren haben eine wichtige Funktion als aktive Gestalter des Musiklebens, als Konzertbesucher, als Multiplikatoren und nicht zuletzt als Motivatoren und Helfer ihrer die Musikschule besuchenden EnkelInnen.
Auch in Bezug auf die Musikbefassung stellt sich die Frage, ob Musik „verzweckt“ werden soll und darf. Der Einsatz von Musik zu therapeutischen Zwecken ist heute üblich.
Die Johannes Brahms Musikschule bietet Senioren leistungsorientierte Musizierangebote: das Musikmachen gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen dürfte vermutlich direkte therapeutische Wirkung erzielen.
Bitte lassen Sie sich über individuelle Möglichkeiten beraten: ernst.smole(at)aon.at
